Pressemitteilung vom 18.06.2009

1000-Dächer-Programm für die Region Bitterfeld-Wolfen

Initiative von Stadt und Landkreis will private Investitionen in Solarstromanlagen anstoßen:

  • Regionale Initiative zur Stärkung der heimischen Wirtschaft und Verbesserung des Umweltschutzes in der Region 
  • Bessere Wahrnehmung als bedeutender Solarindustrie-Standort und fortschrittliche Lebensregion angestrebt
  • Partnerschaft mit Elektro-Innung, Solarindustrie und Finanzwirtschaft erleichtert den Weg zur eigenen renditesicheren Solarstromanlage

Bitterfeld-Wolfen/Anhalt-Bitterfeld, 18. Juni 2009. Landkreis Anhalt-Bitterfeld haben heute den Startschuss für eine Initiative gegeben, mit der private Investitionen in Solarstromanlagen angestoßen werden sollen. Das „1000-Dächer-Programm“ richtet sich an alle Bürger der Region, die über die Installierung einer Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten und gleichzeitig eine sichere Rendite über eine Laufzeit von 20 Jahren erwirtschaften wollen.

Zudem versprechen sich Stadt und Kreis von ihrer Initiative eine Stärkung der heimischen Wirtschaft, insbesondere des Handwerks, und erwarten, dass die Region über das 1000-Dächer-Programm künftig besser als bedeutender Solarindustrie-Standort und fortschrittliche Lebensregion in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Mittelfristig ist geplant, das 1000-Dächer-Programm auf sämtliche Kommunen und Kreise in Sachsen-Anhalt auszuweiten.

Für das 1000-Dächer-Programm konnten Stadt und Kreis mehrere Partner gewinnen, die die Initiative in gegenseitiger Absprache unterstützen. Von Seiten der Industrie sitzen der Solarzellenhersteller Q-Cells und der Modulhersteller Sovello AG aus Thalheim mit im Boot.

Sovello stellt für die ersten 1000 Dachprojekte ein Kontingent an Solarmodulen zu Sonderkonditionen zur Verfügung und bietet heimischen Installationsbetrieben spezielle Schulungen zur Funktionsweise und Installation von Solarstromanlagen auf Dächern an. Die Koordination der an dem Programm teilnehmenden Installationsbetriebe hat die Elektro-Innung Anhalt-Bitterfeld unter Leitung des Innungsobermeisters Botmar Lorenz übernommen.

Zur Finanzierung einer Dachsolarstromanlage steht die Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld als Partner zur Seite. Für das 1000-Dächer-Programm hat das regionale Finanzinstitut ein spezielles Darlehensprogramm namens „Solar+“ aufgelegt, mit dem potentielle Anlagenbetreiber die Finanzierung ihrer Solarstromanlage bei nachgewiesener Bonität auch ohne Eigenkapital (bis zu 100% Fremdfinanzierung möglich) finanzieren können. Je nach Größe, Lage und Ausrichtung der Anlage lassen sich auf Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG, 2009) mit einer Solarstromanlage in Deutschland derzeit sehr attraktive Renditen über eine Laufzeit von 20 Jahren erzielen. Zudem gehört das Land Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 1700 bis 1800 Die Stadt Bitterfeld-Wolfen und der Sonnenstunden pro Jahr zu den Regionen in Deutschland, in denen die Errichtung einer Dachsolarstromanlage besonders lohnenswert ist.

„Mit dem 1000-Dächer-Programm unterstreicht die Stadt Bitterfeld-Wolfen einmal mehr ihr Motto ‚Wir haben den Bogen raus‘“, erläutert Oberbürgermeisterin Petra Wust die Initiative der Stadt.

„Das Programm richtet sich an private Investoren und bietet die Chance, unsere Stadt und Region durch zahlreiche neue Dachsolaranlagen auch nach außen hin als fortschrittlichen umweltbewussten Lebens- und Arbeitsraum darzustellen“, so Wust. Erst im Mai wurde das Solar Valley Germany in Thalheim auf der Fachmesse Intersolar in München von der renommierten Fachzeitschrift Photovoltaics International mit dem ‚Cell Award‘ als weltweit beste Region für Unternehmen der Solarindustrie ausgezeichnet; auf den Plätzen zwei und drei unter den Finalisten landeten das Silicon Border in Mexiko und der amerikanische Standort State of Oregon.

Für Anhalt-Bitterfelds Landrat Uwe Schulze bedeutet das 1000-Dächer-Programm neben den positiven Auswirkungen auf den Umweltschutz vor allem eine Stärkung der heimischen Wirtschaft.

„Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es notwendig, nach vorne zu schauen und selbst die Initiative zu ergreifen, um den Aufschwung wieder herbeizuführen. Die privaten Investitionen in Dachsolaranlagen sichern die Arbeitsplätze vieler Handwerks- und Installationsbetriebe in unserer Region“, so Schulze, der das Programm mittelfristig nicht auf den Kreis Anhalt-Bitterfeld beschränkt sehen will. „Sobald der erste Schwung erreicht ist, planen wir, auch mit umliegenden Kommunen und Kreisen über das von Stadt und Kreis initiierte 1000-Dächer-Programm zu sprechen“. Mittel bis langfristig sollten sich alle Städte, Gemeinden und Landkreise von Sachsen-Anhalt durch das Programm angesprochen fühlen, so Schulz.

Weitere Info erhalten Sie unter http://tgz-chemie.de/index.php?idcatside=176.

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